Facebook und der Tod

TodSocial Networks, allen voran der Platzhirsch Facebook, funktionieren durch die Lebendigkeit, durch Aktivitäten ihrer Mitglieder. Was aber, wenn alles, was der Mensch kennt, zu Ende geht? Was geschieht, wenn ein Facebook-Nutzer stirbt? Bei der Scheidung der Ehe, beim Autokauf, beim Wechsel des Arbeitgebers… In fast jeder Situation bietet Facebook die Möglichkeit, sich anderen mitzuteilen, sie teilhaben zu lassen am persönlichen Schicksal. Dasselbe trifft kurioserweise auch für den Tod eines Menschen zu. Dabei ist das Ende des Lebens nicht gleichbedeutend mit der Schließung eines Nutzerprofils. Es hat sich inzwischen, wie bei Scheidung, Autokauf und Stellenwechsel, etabliert, den Tod auch online zu (er-)leben. Facebookfreunde nehmen so Abschied, nehmen Anteil und haben eine Plattform, auf der sie sich – ganz gleich wo sie leben – betroffen, mitfühlend und nah zeigen können.Diese Form der Trauerarbeit dürfte vor allem für die älteren Generationen gewöhnungsbedürftig sein. So zeigte sich neuerdings eine Leserin der amerikanischen „New York Times“ regelrecht schockiert, als ihr Sohn nur wenige Stunden nach dem Tod ihres Mannes davon auf Twitter und Facebook berichtete. Sie stellte die berechtigte Frage, ob dies angemessen, ob dies ein Generationsproblem sei oder tatsächlich ein Fauxpas.

Fakt ist: Facebook jedenfalls bietet für den Todesfall gleich zwei gehbare Wege an. Wer das Facebookprofil seines verstorbenen Angehörigen gleich löschen lassen möchte, der kann dies hierüber beantragen. Facebook prüft die jeweiligen Einsendungen und löscht dann ggf. das Mitgliedskonto. In aller Regel bekommen die Freunde des Verstorbenen hiervon nichts mit. Anders ist der sogenannte „Gedenkzustand“ eines Profils. Auch diesen kann man hier online beantragen. Entspricht Facebook nach Prüfung dem Wunsch des Einsenders, wird das Nutzerprofil „eingefroren“. Somit kann man sich nicht mehr unter dem jeweiligen Namen einloggen. Freunde hingegen – und nur die – können jedoch weiterhin auf die Pinnwand des Verstorbenen schreiben und so kondulieren, Abschied nehmen, trauern… Es mag einem komisch vorkommen oder ganz normal, pietätlos oder angemessen – in jedem Falle ist damit nun auch das Ende allen irdischen Seins in den neuen Medien angekommen.